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Der Wandel ist weiblich

Der belarussische Ökonom Sergej Tschaly spricht über die Rolle der Frauen in belarussischen Protesten.

15. Oktober 2020
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Der belarussische Ökonom Sergej Tschaly gehört dem Koordinationsrat von Swetlana Tichanowskaja an. In einem Radiointerview, das das unabhängige belarussische Online-Medium tut.by in Teilen verschriftlicht hat, erklärt er, wie er diese besonderen Tage in seiner Heimat erlebt und einordnet. Tschaly spricht über die Rolle der Frauen, den Machtwillen Lukaschenkos, die Bedeutung der finanzkräftigen IT-Branche für den Protest und über die Frage, wie ein Übergang gestaltet werden könnte.

Nach der Wahl vom 9. August beobachteten wir eine Eskalation der Gewalt, die – das ist ganz offensichtlich – nirgendwo hinführt. Genauso offensichtlich ist, dass dies die Strategie der Machthaber war, der Plan der Silowiki.

„Es war unglaublich und sehr erbaulich“ – die Rolle der Frauen

Der schlimmste Tag war der Mittwoch [es waren mehr als 6.000 Menschen festgenommen und in Gefängnissen zum Teil brutal misshandelt worden – Anm. von dekoder]. Da kam einem der Gedanke: Und was machen die am nächsten Tag? Wird es eine außergerichtliche Abrechnung geben? Wir hatten wirklich Angst, und eine organisierte Gegenwehr wie die Barrikaden rund um das Einkaufszentrum Riga[1] gab es nicht mehr. Am nächsten Morgen dann die Frauenkette mit Blumen. Erst dachte ich, ich wäre ein wenig zu gefühlig, doch dann wurde mir klar: Das ist völlig in Ordnung. Ich habe wirklich geweint, weil mir bewusst wurde: Das war’s. Zum wiederholten Mal haben die Frauen unser Land gerettet. Mir ist bewusst, wie beängstigend es gewesen sein muss, dort zu stehen, nach all dem Schrecken. Es war unglaublich und sehr erbaulich!

Das sind Frauen, die für ihre Männer einstehen. Und alle haben dasselbe Motiv: „Warum zum Teufel habt ihr unsere Männer eingelocht?!“ Das ist besonders schmerzlich in einem Land, in dem die Hälfte der männlichen Bevölkerung im Großen Vaterländischen Krieg gefallen ist und die Frauen ihren Platz einnehmen mussten. Das ist ein Archetyp, gegen den du nicht ankommst. Die Ereignisse in Belarus werden in die Geschichte eingehen als erste feministische Revolution. Feminismus im guten Sinne des Wortes. Und es ist schon jetzt klar, dass es ein Umbruch ist.

Gewalt und fehlender Respekt

Was die Belarussen erfuhren, als das Internet wieder eingeschaltet wurde [unmittelbar nach der Wahl war das Internet über mehrere Tage zu großen Teilen blockiert – Anm. von dekoder], war für sie ein Schock. Die vielen Zeugnisse von Erniedrigungen, die Umwandlung des Okrestina-Gefängnisses[2] zur Folter-Einrichtung, der barbarische Sadismus gegen das eigene Volk. Das wühlte alle enorm auf. Auch die Silowiki wirkten demoralisiert.

Auf dem Banner steht: „Wir sind keine Schafe […], wir sind Arbeiter von MTZ, und wir sind nicht 20, sondern 16.000.“

Die Verzweiflung und Schwäche von Lukaschenko und seinen Leuten wird gut sichtbar, wenn sie versuchen, mit dem Volk in einen Dialog zu treten. Ob Roman Golowtschenko[3] im Minsker Traktorenwerk MTZ[4] oder Natalja Kotschanowa[5], die zur staatlichen Rundfunkanstalt BT kam – beide schafften es nicht, mit den Leuten zu reden. Die Arbeiter fragen, warum man sie als Schafe oder Drogensüchtige bezeichnet, warum man sie foltert, warum behauptet wird, es würden nur zwanzig Menschen streiken. Und als Antwort kam: „Nunja, wir geben euch doch Arbeit, zahlen euren Lohn.“ Die verstehen wirklich nicht, was die Leute wollen. Sie verstehen nicht die scharfe Ablehnung jenes respektlosen Tons, in dem der Präsident seinen Wahlkampf geführt hat, vor seinem „Völkchen“ – all dieses Genervtsein vom eigenen Volk.

„Wo ist mein Volk?“ – Kundgebung von Lukaschenko und seinen Anhängern

Ich habe bereits gesagt, dass man 80 Prozent Wählerstimmen einfach erdichten kann. Doch dann kommt es wie im Film Der Zar[6], als Iwan der Schreckliche[7] nach draußen tritt, aber niemand ist zu seiner Krönung gekommen. Und da steht er dann verzweifelt: „Wo ist mein Volk?“ In unserem Fall musste man „sein Volk“ offensichtlich [mit Bussen – Anm. von dekoder] herankarren, und selbst dann waren es noch wenige.

Es ist wie im Klischee über häusliche Gewalt. Da sagt der Mann: „Gut, dann lassen wir uns eben scheiden. Aber du Miststück wirst noch an mich denken! Du wirst doch eh keinen Besseren finden! Ich bin das Beste, das du je im Leben hattest!“ Das sind die Worte eines gekränkten Ehemannes, der von seiner Frau verlassen wird. „Verjagt ihr euren ersten Präsidenten, so wird es der Anfang vom Ende sein.“ Damit sagt Lukaschenko genau wie der gekränkte Ehemann: Ihr werdet noch lange an mich denken. Das werden die Belarussen vermutlich auch – aber nicht so, wie sich Lukaschenko das vorstellt.

„Ihr seid unglaublich“ – das neue Selbstbild der Belarussen

[Beim Marsch der Freiheit am 16. August – Anm. von dekoder] wirkte Minsk wie ein Urlaubsort, in dem Karneval gefeiert wird: überall Menschen, beim Heldenstadt-Obelisken, auf dem zentralen Prospekt[8], auf dem Unabhängigkeitsplatz. Keine grauen, düsteren Gesichter, kein allgegenwärtiger Pessimismus, den viele Gäste aus dem Ausland oft bemerkt haben. Wir hatten einfach nicht darauf geachtet, wie abstoßend diese klebrige Angst ist, in der wir leben mussten. Der diffuse Druck, der überall in der Luft lag. Man bemerkt das lange nicht und hält es für normal, aber wenn man davon befreit wird, dann sind die Veränderungen unglaublich. Du schaust dich um und denkst: Was sind die Leute alle schön!

[Über Maria Kolesnikowas Slogan „Ihr seid unglaublich!“ – Anm. von dekoder:] So funktioniert positive Verstärkung! Wenn man den Leuten sagt, wie armselig sie sind, dass sie ohne ihren Präsidenten nichts wert sind – dann erhält man ein bestimmtes Ergebnis. Wenn man aber sagt, wie toll sie sind, dann ist das Ergebnis ein anderes. Daher kommen auch die Spezifika des belarussischen Protestes: Dass sich die Leute ihre Schuhe ausziehen, bevor sie auf eine Sitzbank steigen, dass sie während der Proteste eine Müllsammlung organisieren, sich untereinander Wasser bringen oder einander im Auto nach Hause bringen.

Der belarussische Protest ist ein unglaublich starkes Phänomen. Belarus war in der letzten Zeit eines der brutalsten Regime in der Region. Und der Protest hat keine Anführer. Wir sehen in Belarus eine Nation, die sich ihrer selbst bewusst wird. Die Grundlage sind all jene, die nicht vom Staat abhängig sind. Darum ist es so abstoßend, ständig von der Regierung zu hören: „Wir geben euch doch alles …“ Ja, ihr gebt den Leuten Arbeit – und vielen einen jämmerlichen Lohn.

Füttern allein reicht nicht mehr – die Aktivität der IT-Leute

Viele Leute aus der IT-Branche [deren Unternehmen teilweise auch streiken – Anm. von dekoder] haben in einer Enklave gelebt – im belarussischen Silicon Valley[9], auf der Hipster-Partymeile Sybizkaja[10] oder im Barbershop. Diese Leute haben plötzlich verstanden, dass sie Teil des Geschehens werden wollen. Nicht einfach nur daneben stehen, sondern mitmachen. Die interessieren sich schon gar nicht mehr für die Übergangsphase, sondern für das, was danach kommt.

Die Logik ist folgende: Nehmen wir an, Lukaschenko bleibt. Das heißt, die IT-Branche würde geschröpft, anderswo ist nicht mehr viel zu holen im Land. Nehmen wir die Kosten für einen Umzug ins Ausland: Das ist nicht mehr so wie noch vor zehn Jahren, als alle noch als Ich-AG schwarz gearbeitet haben und mit dem Wegzug drohten. Heute sind das große Firmen mit großen Aufträgen. Ein Umzug würde gigantische Kosten für die Unternehmen bedeuten. Sie sind bereit Kapital zu investieren, damit dieses Szenario nicht eintritt.Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Geburt einer Nation stattfindet. Das ist nicht mehr der dürftige Gesellschaftsvertrag à la „Wir füttern euch und schlagen euch nicht, dafür haltet ihr euch aus der Politik raus“.

Swetlana Tichanowskaja als Gesicht der Revolution

Wenn die Revolution schon feministisch ist, werde ich sie auch so nennen. Nehmen wir Swetlana Georgjewna Tichanowskaja[11]: Ich weiß nicht, was passiert ist, aber sie hat den Mut gefunden und erklärt, dass sie bereit ist, die Führung für die Übergangszeit zu übernehmen. Es ist klar, dass sie gezwungen ist, sich zurückzuhalten: Offenbar gibt es einige Vereinbarungen mit den Sicherheitsbehörden, die sie außer Landes gebracht haben. Uns ist auch klar, dass ihr Mann als Geisel gehalten wird. Nichtsdestotrotz – als Gesicht des Wandels ist sie wieder da.

„80 Prozent“ – der gestohlene Wahlsieg

Ich schließe nicht aus, dass es einen Befehl geben wird, wieder alle Demonstranten zusammenzuschlagen. Ob er aber ausgeführt wird, ist fraglich. Wie recht doch Viktor Babariko[12] hatte: Den Willen des Volkes kann man nicht fälschen, wenn die Waage so deutlich in eine Richtung ausschlägt. Es ist Wahlfälschung, wenn man aus 55 Prozent 79 macht. Und was hier passiert ist, ist schon keine Fälschung mehr – das ist ein gestohlener Wahlsieg.

Uns wird seit jeher die Angst eingeflößt, dass das Land zugrunde geht, dass wir wieder barfuß laufen und unter der Knute stehen werden. Doch wie beim Marsch am Sonntag alle gespürt haben, wie frei es sich atmen lässt, wenn man diese ewige klebrige Angst abgeschüttelt hat: Nun stellen Sie sich vor, dass das auch mit der Wirtschaft passieren wird: Der ewige Druck, die totale Kontrolle werden verschwinden, die Energie der kreativen Menschen wird freigesetzt. Ich war in den USA, ich habe gesehen, wie so etwas gehen kann. Das beeindruckt wahnsinnig. Nehmen wir Pittsburgh, das wie aus dem Nichts heraus zu einem Industrieriesen wurde. So geht es. Eine solche Zukunft haben wir vor uns – und keine Bastschuhe und keinen Schrecken der 1990er Jahre.

Marathon und kein Sprint – der Übergang

Jetzt geht es vor allem darum, sich auf eine friedliche Machtübergabe an die gewählte Präsidentin Swetlana Georgjewna Tichanowskaja zu einigen, die sich vorübergehend im Exil befindet. Sie ist vielleicht nicht die ideale Präsidentin, doch sie ist ideal für diesen Übergang. Als Mensch verfügt sie über ein tadelloses moralisches Kapital und hat während der Kampagne unglaubliche persönliche Qualitäten bewiesen. Es ist offensichtlich, dass sie nicht Präsidentin werden will, und gerade darin liegt ihre Überlegenheit. Ich bin sicher, dass die nächste Wahl äußerst interessant wird. Es wird ein echter Zusammenprall von Programmen und geopolitischen Präferenzen. Ich denke, dass sogar eine Partei von Lukaschenkos Anhängern auftauchen könnte, die fordern wird, dass alles wieder so werden soll wie es war.

Es geht jetzt darum, dass wir geduldig sind, nicht die Hoffnung verlieren und Liebe zeigen. Also das tun, was die weltweit erste feministische Revolution bislang getan hat. Wir laufen der ganzen Welt voraus. Und wie Lukaschenko einmal sagte: Am Ende beneiden uns alle Länder.

[1] Während der Massenproteste gegen die Wahlfälschungen bei der belarussischen Präsidentschaftswahl im August 2020 wurden in Reaktion auf das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte vereinzelte Barrikaden in der Minsker Innenstadt errichtet. Die größte, aus Müllcontainern, Steinen und Zäunen bestehende Barrikade, befand sich in der Nacht vom 10. auf den 11. August im Nordosten von Minsk in der Nähe der Shoppingmall Riga. Sie wurde schnell durch Wasserwerfer beseitigt.

[2] Das Okrestina-Gefängnis ist ein sogenanntes „Zentrum zur Isolation von Rechtsbrechern“ am Rande der belarussischen Hauptstadt Minsk. Während der Massenproteste gegen die Wahlfälschungen bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 wurde das Gefängnis zum Symbol für die Brutalität des Sicherheitsapparats von Präsident Lukaschenko. Viele der hier festgesetzten Demonstranten berichteten von Folterungen und entwürdigenden Behandlungen durch die Sicherheitskräfte.

[3] Roman Golowtschenko (geb. 1973, belarussisch Raman Haloutschenka) ist ein belarussischer Politiker. Er studierte am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) und der Verwaltungsakademie beim Präsidenten der Republik Belarus. Ab 2013 war er Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ab 2018 in Katar, Kuweit und Saudi-Arabien. Nachdem er kurzzeitig das staatliche Komitee für Militärindustrie geleitet hatte, wurde er Anfang Juni 2020 von Präsident Alexander Lukaschenko zum Ministerpräsidenten von Belarus ernannt. Im Zuge der Massenproteste, die auf die Wahlfälschungen bei der Präsidentschaftswahl folgten, reichte er am 17. August 2020 seinen Rücktritt ein.

[4] MTZ (Minski Traktorny Sawod,. dt. Minsker Traktorenwerk) ist ein belarussischer Landmaschinen- und Traktorenhersteller. Das erste Werk wurde 1946 gegründet, heute ist MTZ – gemessen in Stückzahlen – eines der weltweit größten Unternehmen der Branche. Die Technik der Landmaschinen gilt als veraltet, der Großteil des MTZ-Exports geht in die Länder der ehemaligen Sowjetunion und nach Pakistan.

[5] Natalja Kotschanowa (geb. 1960, belarussisch: Natallja Katschanawa) ist eine belarussische Politikerin. Sie stammt aus dem nordbelarussischen Polatz, wo sie nach ihrem Studium auch in den Kommunalwerken und in der Stadtverwaltung tätig war. 2014 wurde sie zur stellvertretenden Ministerpräsidentin von Belarus ernannt, von 2016 bis 2019 leitete sie die Präsidialverwaltung. Seit Dezember 2019 ist sie Vorsitzende des Rates der Republik, dem Oberhaus des belarussischen Parlaments.

[6] Zar ist ein Film des russischen Regisseurs Pawel Lungin (geb. 1949) aus dem Jahr 2009. Er erzählt zwei Jahre aus dem Leben von Zar Iwan dem Schrecklichen während der Zeit der sogenannten Opritschnina. Im Zentrum stehen das Verhältnis des Zaren zum Moskauer Metropoliten Filipp und der Kampf gegen Andersdenkende und politische Gegner. Die Hauptrolle spielt der Rockmusiker Pjotr Mamonow (geb. 1951).

[7] Iwan IV. Wassiljewitsch, der Schreckliche (1530–1584) war Großfürst von Moskau, bevor er sich 1547 zum Zaren von Russland erklärte. Seine Feldzüge gegen tatarische Khanate brachten enorme Landgewinne, das Zarentum Russland expandierte. Vor diesem Hintergrund war ein großer Teil seiner Zeit auf dem Thron durch die sogenannte Opritschnina geprägt – eine regional beschränkte, tyrannische Innenpolitik, die sich mit umfangreichem Terror gegen die Bevölkerung richtete.

[8] Der schon im Russischen Kaiserreich verwendete Ausdruck Prospekt (von lat. prospectus, Aussicht) bezeichnet breite, mehrspurige und lange Straßen in den russischen Städten. In diesen sind sie zentral gelegen oder fungieren als Verbindungslinien äußerer Bezirke mit dem Stadtzentrum. Straßen, die ähnliche äußere Eigenschaften aufweisen, sich jedoch außerhalb der Innenstädte befinden, werden als Chausseen bezeichnet. Weltweit bekannte Prospekte sind etwa der Newski-Prospekt in St. Petersburg oder der Leningradski-Prospekt in Moskau.

[9] Der Belarus Hi-Tech Park (HTP) ist ein Technologiepark am Rande der belarussischen Hauptstadt Minsk. Die Initiative für den Park ging 2005 von Valeri Zepkalo aus, der ihn auch bis 2017 leitete. Durch Steuererleichterungen fördert der Park die Ansiedlung und Entwicklung von Unternehmen im IT-Bereich. Rund 30.000 Menschen arbeiten in den über 680 im HTP ansässigen Unternehmen. Ihr Einkommen übersteigt das belarussische Durchschnittseinkommen etwa um das Vierfache. Offiziell trägt der IT-Sektor rund sechs Prozent zum belarussischen Bruttoinlandsprodukt bei. Prognosen zufolge soll dieser Anteil bis 2022 auf zehn Prozent steigen.

[10] Die Sybizkaja-Straße befindet sich in der Altstadt von Minsk. In den letzten Jahren entwickelte sich die in der Nähe des Flusses Swislatsch gelegene Straße mit ihren Shops, Bars und Cafés zu einem Zentrum des Nachtlebens.

[11] Swetlana Tichanowskaja (geb. 1982, belarussisch: Swjatlana Zichanouskaja) ist eine parteilose belarussische Politikerin. Bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 ist sie als Kandidatin gegen den amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko angetreten. Die Wahl war offensichtlich manipuliert, das offizielle Wahlergebnis von rund 80 Prozent für Lukaschenko war teils nachweislich gefälscht. Tichanowskaja, die den Wahlsieg zunächst für sich reklamiert hat, musste Belarus offenbar unfreiwillig in Richtung Litauen verlassen.

[12] Viktor Babariko (geb. 1963, belarussisch: Viktar Babaryka) ist ein belarussischer Oppositionspolitiker und ehemaliger Bankier. Seit 1995 arbeitete er im belarussischen Bankensektor, zuletzt als Vorstandsvorsitzender der Belgazprombank. Nachdem er bekannt gegeben hatte, für die belarussischen Präsidentschaftswahlen kandidieren zu wollen, wurde er am 18. Juni 2020 zusammen mit seinem Sohn unter dem Vorwurf der Korruption festgenommen und sitzt derzeit im Gefängnis.

Original auf Russisch.
Erstmals publiziert am 18. August 2020 und in der deutschen Übersetzung auf Tut.by und am 11. September 2020 auf dekoder.org.
Aus dem Russischen von der Dekoder-Redaktion.

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 Titelbild: Frauen bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt während der jüngsten Kundgebungen von Unterstützern der Opposition nach den Präsidentschaftswahlen in Minsk. Foto: © Vasily Fedosenko / Reuters / picturedesk.com